176th Annual General Conference, April 2006

Jetzt ist die Zeit, auf Mission zu gehen!

Elder Richard G. Scott
vom Kollegium der Zw?lf Apostel

nteressante Missionsfelder in aller Welt erm?glichen es, dass durch die Inspiration des Herrn junge M?nner und Frauen und aufopferungswillige Ehepaare zu anspruchsvollen Aufgaben berufen werden.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass es in der heutigen Welt etwas Aufregenderes f?r einen jungen Mann, eine junge Frau oder ein Ehepaar gibt, als eine Vollzeitmission f?r die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu erf?llen. Die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums, die wir verk?nden, ist lebenswichtig. Sie ist von Gott, unserem ewigen Vater, an jedes seiner Kinder gerichtet, und in ihrem Mittelpunkt steht sein geliebter Sohn, Jesus Christus. Wird die Botschaft richtig verstanden und gelebt, kann sie Unruhe durch Frieden und Kummer durch Gl?ck ersetzen und L?sungen f?r die st?ndigen Herausforderungen des Lebens bieten.

Wir haben sehr klare Anweisungen, wie man in der Missionsarbeit Erfolg haben kann. Sie stehen in der Anleitung Verk?ndet mein Evangelium! und den dazugeh?rigen Hilfsmitteln. Die neuen, h?chst effektiven Missionarslektionen basieren darauf, mit Hilfe des Geistes zu lehren, anstatt nur auswendig zu lernen. Sie haben die Missionsarbeit weltweit wesentlich verbessert. Jeder Missionspr?sident wurde gr?ndlich darin unterwiesen, wie dieses neue Material zu verwenden ist. Das Ergebnis ist eine Gruppe von fachlich kompetenten, engagierten und begeisterten Missionspr?sidenten, die f?hig sind, ihre Missionare zu inspirieren und machtvoll zu motivieren.

Dass die Missionare weltweit die Anregungen in der Anleitung Verk?ndet mein Evangelium! studieren und umsetzen, hat unsere F?higkeit, die Botschaft der Wiederherstellung zu verk?nden und den Erl?sungsplan und weitere Evangeliumslehren zu vermitteln, verbessert. Die erh?hten Anforderungen hinsichtlich der W?rdigkeit zeigen weitreichende Auswirkungen: Das Ergebnis ist ein gr??erer Einsatzwille auf Mission, ein besserer Zusammenhalt unter den Missionaren, viel mehr Erfolg beim Belehren und mehr Neubekehrte, die aktiv bleiben.

Insgesamt sind die Vorgaben, wie Missionsarbeit zu erfolgen hat, besser denn je. Sie f?rdern die missionarische T?tigkeit in aller Welt und gehen von den Gebietspr?sidentschaften, den sieben Pr?sidenten der Siebziger, dem Kollegium der Zw?lf Apostel und der Ersten Pr?sidentschaft, die der Missionsarbeit pers?nlich gro?e Aufmerksamkeit schenkt, aus.

Interessante Missionsfelder in aller Welt erm?glichen es, dass durch die Inspiration des Herrn junge M?nner und Frauen und aufopferungswillige Ehepaare je nach ihren F?higkeiten und Bed?rfnissen zu anspruchsvollen Aufgaben berufen werden. Ich freue mich, dass ich an dieser fesselnden Arbeit, die so vielen auf der Welt zu gro?em Segen gereicht, mitwirken darf.

Elder M. Russell Ballard hat dar?ber gesprochen, dass man sich ein Zuhause schaffen soll, in dem das Evangelium weitergegeben wird. Ich m?chte dar?ber sprechen, wie man sich als ?ltester, Schwester oder Ehepaar auf eine Vollzeitmission vorbereitet.

Diese Vorbereitung beginnt lange vor dem Missionsalter in der Familie, wenn die Eltern bei jedem Jungen in Herz und Sinn den Gedanken verankern: „Wenn ich auf Mission gehe“, und nicht: „Falls ich auf Mission gehe“. Kindern kann man Evangeliumswahrheiten am besten zu Hause vermitteln, denn hier kann die Belehrung individuell dem Alter und den F?higkeiten eines jeden Kindes angepasst werden. Zu Hause kann die ganze R?stung der Wahrheit auf die individuellen Eigenschaften eines jeden Kindes zugeschnitten werden. Die Unterweisung durch die Eltern bereitet Kinder aufs Leben und w?rdige junge M?nner auf die Freuden einer Mission vor. Zu Hause kann ein M?dchen erkennen, dass seine wichtigste Aufgabe die ist, Ehefrau und Mutter zu sein. Aber im Laufe dieser Vorbereitung kann sich die Gelegenheit auftun, eine Vollzeitmission zu erf?llen, sofern der j?ngst von der Ersten Pr?sidentschaft erteilte Rat befolgt wird: „W?rdige, alleinstehende Frauen, die einundzwanzig oder ?lter sind, ? k?nnen f?r eine Vollzeitmission vorgeschlagen werden. ? Diese Schwestern k?nnen einen wertvollen Beitrag leisten, ? aber sie sollten keinesfalls gedr?ngt werden, auf Mission zu gehen. Der Bischof schl?gt sie nicht f?r eine Mission vor, wenn sich dies auf bevorstehende Heiratsabsichten auswirkt.“1

Viele Eltern verwenden Teile der Anleitung Verk?ndet mein Evangelium!, um Gedanken hervorzuheben, die Fr?chte tragen, je weiter das Zeugnis der Kinder, die zu Hause umsorgt werden, heranreift. Als kleiner Junge kann man lernen, seine Pflichten als zuk?nftiger Priestertumstr?ger zu erf?llen. Man bekommt Hilfe, wie wichtige Lehren des Herrn aufzufassen und anzuwenden sind. Man wird best?rkt, w?rdig zu leben, damit man die heiligen Handlungen des Tempels empfangen und auf Mission gehen kann. Solche Erfahrungen schaffen eine Grundlage daf?r, dass man sp?ter ein guter Ehemann und Vater wird.

Bestimmte Abschnitte aus der Anleitung werden einer Jungen Dame helfen, die Lehre, was ihre Rolle als Ehefrau und Mutter betrifft, zu verstehen und anzuwenden. Sollte sie beschlie?en, auf Mission zu gehen, hat sie schon eine Grundlage daf?r gelegt. Das Seminar hilft den Jungen M?nnern und den Jungen Damen, eine Grundlage f?r Gl?ck und Erfolg im Leben zu schaffen. Es gibt einen besonderen Kurs im Institut und an den drei Brigham-Young-Universit?ten, der Sie auf Ihre Mission vorbereiten kann. Er basiert auf den Grunds?tzen aus der gro?artigen Anleitung Verk?ndet mein Evangelium! und geht mit ihr Hand in Hand. Er verschafft Ihnen einen Vorsprung, wenn Sie auf Mission berufen werden.

Wie machtvoll und effizient die Anleitung Verk?ndet mein Evangelium! f?r Missionare, F?hrungskr?fte, Mitglieder und Eltern ist, zeigt sich in der Tatsache, dass bis heute fast eine Million Exemplare ausgegeben worden sind. Nutzen auch Sie ein eigenes Exemplar?

Als Bischof oder Zweigpr?sident k?nnen Sie mit Hilfe motivierender Unterredungen f?r jeden jungen Mann in Ihrer Gemeinde und auch f?r geeignete Ehepaare zum Segen werden, wenn Sie sie auffordern, sich auf eine Vollzeitmission vorzubereiten. Dies wird nicht nur diesen potenziellen Missionaren helfen, sondern wahrscheinlich auch die Gebete von Eltern beantworten, deren heranwachsender Sohn sich trotz ihrer Bem?hungen, in ihm den Wunsch nach einer Mission zu wecken, noch nicht dazu entschlossen hat. Beispielsweise hat unsere Tochter, Mary Lee, von klein auf bis ins Erwachsenenalter geh?rt, wie ihre Eltern ?ber die f?r sie so wertvollen Missionserfahrungen sprachen. Wir haben ihr erkl?rt, wie sehr wir von schwierigen Aufgaben auf Mission profitiert haben und wie dies die Grundlage all dessen, was uns kostbar ist, geschaffen hat. Wir haben ihr aber auch gesagt, dass die Entscheidung bei ihr liegt, ob sie auf Mission geht oder nicht. Als Heranwachsende hatte sie die feste Absicht, auf Mission zu gehen. Als sie sich aber dem Missionarsalter n?herte, hatte sie Freude an ihrem Studium gefunden, und es er?ffneten sich ihr interessante Alternativen. Als sie einmal erw?hnte, dass sie unentschlossen sei und mit sich ringe, empfahlen wir ihr ein Gespr?ch mit dem Bischof. Ein Termin wurde vereinbart. Sie nahm bei diesem gro?artigen Bischof Platz und fragte ihn: „Was halten Sie von dem Gedanken, dass ich auf Mission gehe?“ Der Bischof sprang von seinem Stuhl auf, schlug mit den H?nden auf den Tisch und sagte: „Etwas Besseres k?nnte ich mir f?r Sie gar nicht vorstellen.“ Das gab f?r sie den Ausschlag.

Mary Lee absolvierte sehr erfolgreich eine Mission in Spanien, bei der sie schlummernde Talente in sich entdeckte, geistig reifte und F?higkeiten entwickelte, die f?r sie als Ehefrau und Mutter ein Segen waren. Der Bischof, der diesen tief greifenden Einfluss auf meine Tochter hatte, hie? J. Willard Marriott Jr. Er ist derzeit Gebiets-Siebziger. Wir werden ihm nie vergessen, was er f?r unsere Tochter Mary Lee getan hat. Mit dem starken Vorbild eines Vaters und einer Mutter vor Augen, die auf Mission waren, haben inzwischen ein Sohn und eine Tochter aus ihrer eigenen Familie eine beispielhafte Mission erf?llt. Der andere Sohn wird zweifellos auch ein Missionar werden, und die andere Tochter wird zu gegebener Zeit die richtige Entscheidung treffen. Ein weiteres Enkelkind ist in die Fu?stapfen seines Vaters getreten und wurde vor kurzem in die Mexiko-Mission Cuernavaca berufen.

Bisch?fe und Zweigpr?sidenten, auch Sie k?nnen gro?en Einfluss auf die Missionare nehmen, die Sie ermutigen und vorbereiten, und ebenso auf deren Nachkommen. Bitten Sie die Kollegiumsf?hrer des Aaronischen Priestertums und die AP-Berater sowie die F?hrungskr?fte der Hohen Priester, der ?ltesten und der Schwestern um Unterst?tzung, damit Sie m?glichst viele w?rdige Missionare auf ihre Berufung vorbereiten k?nnen. Auf Grund des neuen Materials f?r Missionare treffen viel mehr der von Ihnen vorgeschlagenen Missionare besser vorbereitet und h?chst motiviert im Missionsfeld ein. W?hrend die meisten Kandidaten ohne gro?e M?he bereitgemacht werden k?nnen, m?ssen einige andere erhebliche Korrekturen vornehmen, um w?rdig zu sein. Helfen Sie ihnen mit der Unterst?tzung der Eltern, die Ma?st?be zu erf?llen.

Beten Sie dar?ber, welche Ehepaare Sie auffordern k?nnen, die Papiere einzureichen, die man f?r eine Berufung auf Mission braucht. Solche Paare werden dringend ben?tigt.

Ich bin stets sehr erstaunt, wie trefflich der Heilige Geist die Eigenschaften und Bed?rfnisse eines jeden Missionars und Missionarsehepaares und die unterschiedlichen Verh?ltnisse in den Missionen in aller Welt zusammenf?gt. Mir ist aufgefallen, dass einige der st?rksten und f?higsten Br?der und Schwestern in die Vereinigten Staaten und nach Kanada berufen werden, damit dort die Wurzeln der Kirche stark bleiben. Ich habe erlebt, wie Missionare, die von ungew?hnlichen Auftr?gen zur?ckkehrten, die sich beispielsweise an die Sitten und Gebr?uche einer Insel im Pazifik, der Mongolei oder des Hochlandes von Guatemala anpassen oder mit kaum einem pers?nlichen Kontakt zum Missionspr?sidenten auskommen mussten, in herausragender Weise ungeahnte pers?nliche F?higkeiten entwickelten.

Ich m?chte einmal von ganzem Herzen dar?ber sprechen, was mir eine ehrenhaft erf?llte Vollzeitmission bedeutet. Ich bin in einer Familie mit sehr guten Eltern aufgewachsen, obwohl mein Vater kein Mitglied und meine Mutter weniger aktiv war. Das ?nderte sich nach meiner Mission. Sie entwickelten sich zu gefestigten Mitgliedern und arbeiteten eifrig im Tempel mit, er als Siegler und sie als Verordnungsarbeiterin. Als junger Mann konnte ich jedoch, wie viele von Ihnen heute, nicht selbst beurteilen, wie wichtig eine Mission ist. Ich verliebte mich in eine au?ergew?hnliche junge Frau. An einem entscheidenden Punkt in unserer Beziehung machte sie ganz deutlich, dass sie die Ehe nur im Tempel und nur mit einem zur?ckgekehrten Missionar schlie?en w?rde. Dergestalt motiviert, erf?llte ich eine Mission in Uruguay.

Es war nicht einfach. Der Herr gab mir viele Herausforderungen, die ein Trittstein f?r meinen Fortschritt wurden. Dort erlangte ich ein Zeugnis davon, dass Gott, der Vater, und sein geliebter Sohn, Jesus Christus, tats?chlich Joseph Smith erschienen waren und so die Wiederherstellung der Wahrheit, der Priestertumsvollmacht und der wahren Kirche auf Erden eingeleitet haben. Ich erlangte ein Zeugnis davon, dass Joseph Smith ein einzigartiger Prophet ist. Ich verinnerlichte grundlegende Lehren. Ich fand heraus, was es bedeutet, vom Geist gef?hrt zu werden. Oft stand ich nachts, als mein Mitarbeiter schlief, auf, um mein Herz vor dem Herrn auszusch?tten und F?hrung und Leitung zu finden. Ich bat um die F?higkeit, mich verst?ndlich auf Spanisch ausdr?cken zu k?nnen, damit ich den Menschen, die ich so lieb gewonnen hatte, Zeugnis geben und ihnen von der Wahrheit erz?hlen konnte, die ich erkannt hatte. Diese Gebete wurden im ?berfluss beantwortet. Zur selben Zeit wurde auch meine zuk?nftige ewige Partnerin, Jeanene, durch ihre eigene Mission zu einer au?ergew?hnlichen Ehefrau und Mutter geformt.

Vor allem aber begann all das, was f?r mich von gr??tem Wert ist, auf Mission heranzureifen. W?re ich nicht ermutigt worden, ein Missionar zu sein, dann h?tte ich heute auch nicht meine Partnerin f?r die Ewigkeit und meine kostbare Familie, die ich so liebe. Sicherlich h?tte ich auch beruflich nicht so au?ergew?hnliche Gelegenheiten gehabt, alle meine F?higkeiten zu erweitern. Ich h?tte bestimmt auch keine heiligen Berufungen und damit die Gelegenheiten zum Dienen bekommen, f?r die ich ewig dankbar sein werde. Ich bin reichlich gesegnet worden, weil ich eine Mission erf?llt habe.

K?nnen Sie jetzt verstehen, warum mir so viel daran liegt, jeden jungen Mann dazu zu bewegen, ein w?rdiger Missionar zu sein? K?nnen Sie begreifen, warum ich Sie als reifes Ehepaar auffordere, Pl?ne zu machen und, sofern es Ihnen gesundheitlich m?glich ist, dem Herrn als Missionar zu dienen? K?nnen Sie erkennen, warum ich einigen jungen Frauen empfehle, sofern der Wunsch vorhanden ist und keine Heirat bevorsteht, ernsthaft zu erw?gen, ob sie dem Herrn als Missionarin dienen wollen? Unsere Familie wurde dadurch sehr gesegnet, dass die Ehefrau und Mutter sich entschlossen hatte, zur selben Zeit wie ich eine Vollzeitmission zu erf?llen.

Wenn Sie als junger Mann sich fragen, ob Sie auf Mission gehen sollten, dann treffen Sie diese richtungsweisende Entscheidung nicht nur mit Ihrer eigenen Weisheit. Beraten Sie sich mit Ihren Eltern und Ihrem Bischof oder dem Pfahlpr?sidenten. Bitten Sie den Herrn im Gebet, Ihnen seinen Willen kundzutun. Ich wei?, dass Ihnen jetzt und auf Ihrem weiteren Lebensweg eine Mission ein au?erordentlicher Segen sein wird. Ich bitte Sie eindringlich, nicht zu beten, ob Sie gehen sollten, sondern den Herrn zu bitten, Sie in allem zu leiten, was notwendig ist, um ein w?rdiger, f?higer Vollzeitmissionar zu werden. Sie werden niemals bereuen, dass Sie eine Mission erf?llt haben, aber Sie werden h?chstwahrscheinlich bereuen, das nicht getan zu haben, wenn das Ihre Wahl sein sollte.

Ich wei?, dass Jesus der Christus ist und dass seine Kirche und die F?lle des Evangeliums auf dieser Erde durch einen einzigartig wichtigen Propheten, n?mlich Joseph Smith, wiederhergestellt worden sind. Ich bezeuge, dass eine mit Hingabe erf?llte Vollzeitmission eine Quelle gro?en Gl?cks und reicher Segnungen ist; nicht nur f?r den, der die Botschaft vernimmt, sondern auch f?r den, der – gef?hrt vom Geist – die Botschaft ?berbringt. Im Namen Jesu Christi. Amen.


Notes

  1. Mitteilung der Ersten Pr?sidentschaft, nicht ver?ffentlicht